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Die Ladiner der Dolomiten

Einst waren sie die größte Bevölkerungsgruppe im Alpengebiet, heute sind sie nur mehr eine kleine Minderheit: die Ladiner. Vor dem Eindringen germanischer Volksstämme aus dem Norden und italienischer Völker aus dem Süden bewohnten die Ladiner den ganzen Alpenraum. In Folge der Auseinandersetzungen jedoch wurden sie auseinandergedrängt. Zurück blieben drei Sprachinseln: im Westen die Ladiner Graubündens, in der Mitte die Dolomitenladiner und im Osten die Ladiner Friauls.

Vier Täler rund um den Sellastock (Gadertal, Grödental, Fassatal, Buchensteintal) sowie die Gebiete von Colle Santa Lucia und Ampezzo sind heute die Heimat der Dolomitenladiner. Die Besiedlung des Enneberggebietes erfolgte zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert. Nachdem das Bendiktinerkloster der Nonnen von Sonneburg, dem Enneberg für Jahrhunderte unterstand, geschlossen wurde, haben die Bewohner der Region viele Stürme überstanden. Den Anschluss an das Land Tirol 1785, die Angliederung an Italien 1918 und damit die Aufteilung Dolomitenladiniens in die drei Provinzen Bozen (Gadertal und Gröden), Trient (Fassatal) und Belluno (Buchenstein und Ampezzo).

Tief verwurzelt in der Landschaft verstehen sich die Ladiner der Dolomitentäler aber bis heute als eine Einheit, als Teil der dreisprachigen Kulturregion im Norden Italiens und im Süden Tirols. Mithilfe der dreisprachigen Schule, eines eigenen Radiosenders und eigener Tageszeitungen pflegen sie die alten Traditionen und ihre Sprache, die sich lange vor dem Deutschen und dem Italienischen aus dem Vulgärlateinischen entwickelt hat.

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